FC ELLIKON/MARTHALEN

20-04-2017, 1. Mannschaft Frauen
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Bei Sonne, Strand und Gelati verbrachte die Frauenmannschaft des FC Ellikon/Marthalen ein viertägiges Trainingslager in Cattolica, einem kleinen Städtchen direkt an der Italienischen Adria, etwas südlich von Rimini. Neben fünf intensiven Trainingseinheiten blieb dabei auch Zeit für diverse Freizeitaktivitäten.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ging es los. Nachdem wir den Gotthard staufrei hinter uns gelassen und die italienische Autobahn unfallfrei durchquert hatten, erreichten wir unser Ziel, Cattolica, pünktlich zum Mittagessen. Nachdem wir uns auf das Buffet gestürzt hatten, machten wir uns mit dem Car auf den Weg zum 4 Kilometer - oder waren es doch eher 14 Kilometer? – entfernten Trainingsplatz. Nach einem eher lockeren Einstiegstraining blieb noch Zeit, die Umgebung zu erkunden und die Füsse ins kalte Nass der Adria zu tauchen. In einer nahegelegenen Bar liess man den Tag in gemütlicher Runde ausklingen.

Am nächsten Morgen, also am Freitag, trafen sich alle höchst pünktlich zum gemeinsamen Frühstück, denn ein rechtzeitiges Erscheinen zu den Treffpunkten war bei mehr als 20 Personen unbedingt nötig. Während die einen von durchfrorenen Nächten im Hotelzimmer berichteten, erzählten andere von mysteriös klingelnden Weckern in frühen Morgenstunden, wieder andere waren noch etwas erschöpft von der langen Hinreise am Vortag. Doch dies alles ging schnell vergessen, als wir bei sonnigen Temperaturen wieder auf dem Fussballplatz standen. Der Schwerpunkt der beiden Freitagstrainings lag auf dem Torabschluss und dem schnellen Umschaltspiel. Zudem wurden verschiedene Varianten von Laufwegen und Spielzügen Richtung Tor eingeübt. Am Ende beider Trainings winkte jeweils ein internes „Mätschli“, in welchem wir das Gelernte umzusetzen versuchten. Zwar etwas erschöpft, jedoch in freudiger Erwartung kehrten wir am Abend nach dem zweiten Training zum Hotel zurück: Ein Ausflug nach San Marino stand bevor. Dieses kleine Land, welches komplett von Italienischem Gebiet eingekesselt ist, liegt nicht weit entfernt von Cattolica und so waren wir nach knapp einer Stunde Carfahrt am Ziel angelangt. Zunächst schlenderten wir durch die malerische Innenstadt von San Marino, danach kämpften wir uns mit schon etwas müden Beinen einige Stufen hinauf, die zu einer Aussichtsplattform führten. Das Panorama, welches sich uns dort oben bot, übertraf jegliche Erwartungen. Zur Rechten konnte man bis zum Horizont des Meeres sehen, zur Linken tauchte der gerade einsetzende Sonnenuntergang die italienischen Hügelketten in ein wunderschönes Licht. Nur schwer konnten wir uns von diesem Anblick trennen, entsprechend viele Bilder aus allen möglichen Blickwinkeln wurden geschossen. Doch schlussendlich siegte der Hunger, und wir machten uns auf den Weg zum Restaurant „la Fratta“. Das Abendessen war sehr lecker und so neigte sich ein gelungener Tag langsam dem Ende zu.

Auch am Samstagmorgen liess das Wetter nichts zu wünschen übrig und im Handumdrehen standen wir wieder auf dem Trainingsplatz. Das morgendliche Training stand ganz unter dem Motto „Kommunikation“. Wie wir in vergangenen Partien gemerkt hatten, ist eine gute und klare Kommunikation unbedingt nötig, um erfolgreich zu sein. Doch genau hierbei hatte es bei uns schon sooft gehapert. Durch verschiedene Übungen trainierten wir, klare und genügend laute Anweisungen zu geben. Als wir dabei gerade richtig gut in Fahrt gekommen waren, unterbrach uns der überaus laute Rasenmäher des Platzwartes. Dieser hatte anscheinend entschieden, dass er genau in diesem Moment das gesamte Umland des Platzes abmähen musste. So gingen wir über zu einer Übung, die das 1-gegen-1-Verhalten trainierte und sehr intensiv war. Den Abschluss des Trainings bildete dann die Ausführung einiger Eckbälle und Freistösse, bevor wir dann zum Mittagessen ins Hotel zurückkehrten.

Das zweite Training am Samstag würde erst am späteren Nachmittag stattfinden. Somit blieb etwas Zeit für freie Freizeitgestaltung. Man deckte sich mit italienischem Glace ein, das halb so teuer wie Schweizer Glace ist und dabei auch noch doppelt so gut schmeckt, man ging shoppen oder entspannte sich am Meer. Während die einen sich damit begnügten, am Strand zu liegen, wollten es die jungen Wilden des Teams richtig wissen und gingen doch tatsächlich im noch eiskalten Meer baden. Zwar sagten sie hinterher, es sei „gar nicht so kalt“ gewesen, so richtig davon überzeugen konnten sie den Rest des Teams jedoch nicht.

Das fünfte und zugleich letzte Training des Lagers startete um 17 Uhr abends, diesmal auf einem anderen Platz, etwas weiter vom Hotel entfernt. Eigentlich war geplant gewesen, nach kurzem Aufwärmen und ein paar Torabschlüssen direkt zu einem internen Abschlussmatch überzugehen. Doch kaum hatten wir mit den Schüssen aufs Tor angefangen, versammelte sich eine Horde italienischer Kinder bei der Abzäunung direkt hinter dem Tor. Die Kinder schauten uns mit grosser Begeisterung zu und feuerten uns an. Unsere Torfrau präsentierte sich wieder einmal in Bestform, so kamen die Jungs aus dem Staunen nicht mehr heraus. Verlässliche Zeugen berichteten sogar, die Jungs hätten sie „la bomba“ genannt. Wir zogen die Schussübung also noch etwas in die Länge, denn wir konnten unser zahlreiches Publikum doch nicht enttäuschen. Schlussendlich kam es dann noch zu dem geplanten Spiel: Bei schon lauen Abendtemperaturen gaben wir, trotz Müdigkeitserscheinungen, noch einmal alles und brachten so die letzte Trainingseinheit zu einem guten Ende. Nach dem Abendessen im Hotel fand man uns schon bald wieder in der altbekannten Bar vor, in welcher wir noch lange in ausgelassener Runde feierten, gemeinsam eine gute Zeit verbrachten und das gelungene Trainingslager ausklingen liessen.

So ganz zu Ende war es jedoch noch nicht, die Rückfahrt stand uns noch bevor. Vor der Abfahrt stärkten wir uns am Frühstücksbuffet, wobei das Team für den neutralen Betrachter wohl einen eher übernächtigten Eindruck machte. Um 9 Uhr fuhren wir schliesslich ab, in Erwartung auf zirka 10 Stunden Carfahrt. Diese verlief erneut problemlos, sogar den Stau am Gotthardtunnel konnten wir geschickt vermeiden, und so erreichten wir planmässig um 19 Uhr die Wyland Arena.

Das Trainingslager war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg. In den fünf abwechslungsreichen Trainingseinheiten konnten wir neue Dinge lernen, andere vertiefen und in den Trainingsspielen neues Selbstvertrauen gewinnen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unserem Trainerteam Patrick Möckli für den grossen Einsatz bedanken und auch bei Michele D´Errico, der uns ins Lager begleitet hat und eine echte Bereicherung für uns war. Nicht nur auf sondern auch neben dem Platz hatten wir eine super Zeit mit euch, danke vielmals dafür.

Als Team konnten wir in diesen Tagen mehr zusammenwachsen und so unseren Teamgeist stärken. Wir konnten uns besser kennen lernen, konnten Freundschaften vertiefen und viele tolle Erlebnisse zusammen machen, an die wir uns immer gerne zurück erinnern werden. Unser Dank geht hierbei ganz besonders an die beiden Organisatorinnen des Trainingslagers, Jeannine Piccand und Karla Weidmann. Ohne eure Initiative und grossen Einsatz wären diese vier Tage nie möglich gewesen.

Zu guter Letzt möchten wir uns bei unserem Carchauffeur Urs Reutimann bedanken, der uns stets sicher von A nach B befördert und dabei auch immer das Wohl der Passagiere berücksichtigt hat.

Zurück in der Schweiz und somit auch in der Meisterschaft angekommen, erwarten uns einige wichtige Partien, welche über einen möglichen Aufstieg entscheiden werden. Im Trainingslager wurden gute Voraussetzungen geschaffen, in sportlicher sowie in menschlicher Hinsicht, sodass der Aufstieg auf jeden Fall gelingen kann. Nun liegt es an der Mannschaft, all das Positive in die nächsten Partien mitzunehmen und dabei an mentaler Stärke noch etwas zuzulegen. Wenn dies glückt, könnte der Aufstieg für die Frauenmannschaft des FCEM schon bald Realität werden.

Autor/-in: Tabea Bührer


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Der Fussballclub Ellikon/Marthalen zählt zu den grössten, regionalen Sportvereinen im Zürcher Weinland.

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