FC ELLIKON/MARTHALEN

25-05-2018, 1. Mannschaft Frauen
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Trainingslager 2018 der FCEM-Frauen in Santa Susanna, Spanien

Am Samstagmorgen, 20. April, schellten die Wecker der Spielerinnen des FC Ellikon/Marthalen sehr früh. Nur wenige Stunden später, um 7.00 Uhr, fand sich eine schlaftrunkene 22-köpfige Mannschaft im Flieger nach Barcelona wieder. Am Flughafen von ihrer persönlichen, äusserst sympathischen Reiseleiterin abgeholt, fuhren sie mit dem Car nach Santa Susanna, wo sie ein fünftägiges Trainingslager verbringen würden.

Santa Susanna entpuppte sich als traumhafte Feriendestination direkt am Meer, welche aufgrund der Vorsaison des Massentourismus noch angenehm ruhig war. Nach einem kurzen Rundgang durch die Hotelanlage, war den Spielerinnen schnell klar, dass diese alles zu bieten hat, was das Herz begehrt: Von einem Pool, über eine (zwar etwas chlorige) Wellnessoase bis hin zur hauseigenen Bar war alles vorhanden.

Nach einem üppigen Mittagessen vom meeresfrüchtelastigen Buffet stand die erste von sechs Trainingseinheiten an. Der Trainingsplatz war nur drei Gehminuten entfernt – im Vergleich zum letztjährigen Trainingslager also ein Katzensprung. Sei es nun aufgrund der klimatischen Umstellung oder des eingebildeten Jetlags, die Trainingsintensität war nicht besonders überzeugend. Dennoch konnten die Spielerinnen an ihrer Dribbling-Technik feilen.
Nach dem gemeinsamen Abendessen stürzte sich das gesamte Team in das nicht ganz so lebhafte Nachtleben von Santa Susanna, aber konnte dennoch nach kurzer Zeit eine gemütliche Bar finden. Dort stiess man voller Vorfreude auf das bevorstehende Trainingslager an.

Am nächsten Morgen standen die Spielerinnen um 9.00 Uhr hochmotiviert und in einheitlichem Adidas-Dress auf dem Rasen. Noch brillierten alle mit Pünktlichkeit, denn man war sich bewusst: Jegliche Art von Unpünktlichkeit lässt die Mannschaftskasse klimpern. Selbstverständlich wurde dies von J.P. genauestens protokolliert (Name der Redaktion bekannt).
Das Aufwärmen verlief eher aussergewöhnlich, denn die Trainer stellten der Mannschaft eine Aufgabe zur Teambildung – sie nannte sich ‘Förderband’. Wider Erwarten funktionierte die Übung einwandfrei und sorgte für eine noch lockerere Stimmung. Im weiteren Training folgten einige bekannte aber auch neue Übungen. Beispielsweise trainierten sie das Passspiel, indem sie durch orange (oder waren es braune?) Töggeli spielen mussten. Zudem wurde die Technik zum Schlagen der hohen Bälle im Detail angeschaut.

Die Zeit zwischen den Trainings nutzten die Spielerinnen, um an der Sonne zu brutzeln oder im Pool zu baden. Ein paar Hartgesottene wagten sich, wenn auch ziemlich zaghaft, in das noch eiskalte Meer.
Auch beim Nachmittagstraining wurde trotz der inzwischen eher drückenden Temperaturen motiviert mitgemacht. Unsere fürsorgliche Reiseleiterin war wie immer mit von der Partie und feuerte uns von der Seitenlinie an. In den Trinkpausen packten die Trainer ihr bestes Englisch aus, um zum Beispiel wertvolle Reisetipps von der ortskundigen Madrilenin zu erhalten. Meistens verstanden sie aber leider nur Spanisch.

Nach diesem bis anhin sehr gelungenen Tag, kam der grosse Schock: Die ID einer Spielerin war plötzlich unauffindbar, wenn nicht sogar gestohlen. Dies würde bedeuten, dass die Besitzerin ihre Ferien in Spanien auf unbestimmte Zeit verlängern dürfte.
Der Schreck wurde zusammen mit dem wie immer reichhaltigen Abendessen verdaut. Danach verabredete man sich, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Als Nachteil entpuppte sich, dass keine Zeit vereinbart worden war. Während einige bereits wartend an ihrem zweiten Mojito im Hotelfoyer nippten, waren andere gerade dabei, ihre dritte Schminkschicht aufzutragen. Als alle versammelt waren, konnte es endlich losgehen. Kaum auf der Ausgangsmeile angekommen, wurde eine Spielerin von einem Einheimischen angesprochen. Nach langem Hin und Her, jeder in seiner eigenen Sprache, war der Deal bekannt: Eine Gratisrunde für die ganze Mannschaft in seinem hochangepriesenen Club. Dieser stellte sich leider als ziemliche Spelunke heraus. War der Discobereich vorher menschenleer gewesen, füllte unsere Truppe den gesamten Raum und brachte Stimmung. Nach und nach trudelten auch noch andere Gäste ein und erfreuten sich an den spottbilligen Halbliter-Drinks. Auch wenn es nicht zu der versprochenen Gratisrunde kam, schwang die Jüngste bis zur Ältesten bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein. Zurück im Hotel angekommen, wurde die Party noch etwas fortgesetzt, sehr zum Leidwesen der anderen Hotelgäste, welche unfreiwillig mitfeiern durften.

Zum Glück stand nach diesem ausgedehnten Abend ein freier Tag auf dem Programm. Die Spielerinnen machten sich in kleinen Gruppen auf den Weg, Barcelona zu erkunden. Entgegen der grossspurigen Ankündigung einiger Spielerinnen am Vorabend, schon frühmorgens aufzubrechen, waren sie um 10.00 Uhr immer noch im Speisesaal anzutreffen. Trotzdem schafften es alle früher oder später, in der nahegelegenen Stadt anzukommen. Wie der Zufall es wollte, musste genau an diesem Tag ein katalonischer Feiertag stattfinden, was die Strassen von Barcelona mit Horden von Touristen flutete. An besagtem Feiertag mit Namen Sant Jordi verlangt die Tradition, dass die Männer den Frauen eine Rose schenken und im Gegenzug von ihren Frauen ein Buch erhalten. An jeder Strassenecke konkurrierten sich die Bücher- und Rosenhändler um den besten Stellplatz und die Innenstadt mutierte zum regelrechten Schlachtfeld. Kurz gesagt, am Ende des Tages konnte keine Spielerin mehr ein Buch oder eine Rose sehen, ohne einen starken Brechreiz zu verspüren. Auch der ersehnte Shoppingmarathon konnte aufgrund der riesigen Menschenmassen nicht in geplantem Umfang durchgeführt werden.
Der andere Teil des Teams verbrachte den Tag unter anderem mit Tennis spielen (wobei einer Spielerin ein historischer Sieg gegen ihren Trainer gelang). Mit dem Ziel, ein typisch spanisches Nachtessen zu essen, fand sich diese Gruppe mit einem Teller Schnecken konfrontiert. Besonders einem Trainer machte die eher unverträgliche Mahlzeit auch noch am nächsten Tag zu schaffen.

Am Dienstag standen erneut zwei Trainings auf dem Programm. Speziell behandelt wurden der Torschuss in verschiedenen Variationen, sowie das saubere Ballablegen (‘pralle lah’) im Angriffsspiel. Besonders intensiv wurde die Virgola geübt, eine spezielle Körperdrehung nach Doppelpass. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde dieser Spielzug immer mehr zur Routine. (Man munkelte, dass einige sogar im Schlaf von der Virgola verfolgt wurden). Um die Beine wieder zu entknoten, wurde das Training wie immer mit einem kurzen Match abgerundet.

Beim leider bereits letzten Abendessen wurde nochmals kräftig zugeschlagen. Einmal mehr spielte der Schoggibrunnen am Dessertbuffet die Hauptrolle, während andere Speisen eher kritisch beäugt wurden. Doch die reichhaltige Auswahl machte dies wieder wett. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Wassermelonen, welche bei den Jungs am Tisch nebenan für ein Wettessen missbraucht wurden.
Den letzten Abend verbrachte man gemeinsam in einer nahe gelegenen Bar, um beim Championsleague-Halbfinale Liverpool – AS Roma mitzufiebern. Selbst die Fan-Vollmontur einer Spielerin brachte den Römern kein Glück. Doch dies trübte die gute Stimmung keineswegs, was sich auch in der hohen Schlussrechnung ausdrückte.

Am Mittwochmorgen konnte man zum letztem Mal spanisches Gras unter den Fussballschuhen spüren, dabei sorgte unsere interne Starfotografin für digitale Erinnerungen. Die vielen Trainingseinheiten der letzten Tage hatten die Beine ermüden lassen; die übrige Energie reichte gerade noch für ein lockeres Abschlussmätchli. Welch Gegensatz zur Seniorenparty auf dem Platz nebenan, welche ihr tägliches Bocciaturnier durchführten und stets bester Laune waren.
Die verbleibende Zeit nach dem Training reichte für kurzes Duschen und Packen. Während einige mit Müdigkeit zu kämpfen hatten, bedauerten andere die bevorstehende Heimreise. Ein anderes Problem hatte sich hingegen in Luft aufgelöst: Die verschollene ID war vom Dieb in einem Brillenetui versteckt worden und war glücklicherweise wiederaufgetaucht. Dadurch stellten sich gefühlt stundenlanges Suchen sowie die Einforderung der Ersatzpapiere als vergeblich heraus. Nichtsdestotrotz war die Erleichterung gross, vollzählig nach Hause reisen zu können.

Rückblickend war das Trainingslager ein voller Erfolg. Durch die gut vorbereiteten sowie abwechslungsreichen Trainings konnte die Spielphilosophie gefestigt und an Sicherheit gewonnen werden. Auch auf individueller Ebene wurden Fortschritte verzeichnet. Neben dem Platz konnte das Team in diesen Tagen näher zusammenrücken und ist zu einer noch stärkeren Einheit gewachsen. Ein grosser Dank gilt hierbei den Trainern Patrick Möckli, Stefan Süss und Michele D’Errico, sowie Jeannine Piccand und Nicole Weber für die reibungslose Organisation des gesamten Lagers.
Die Mannschaft freut sich schon jetzt auf das Trainingslager im Jahr 2019.

Autor/-in: Fabienne Brennwalder & Tabea Bührer


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